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HERA ERP-Auswahl für kleine Handwerksbetriebe

Beratungsprojekt 3WI24-BP-45

Ist Ihr Betrieb bereit für ein ERP-System – und welches passt?

Die Frage „Sollen wir ein ERP-System einführen?“ ist im Ganzen nicht beantwortbar. Die Frage „Sind die Stundenverrechnungssätze einheitlich hinterlegt?“ ist beantwortbar. Dieses Werkzeug zerlegt die große Frage in einzeln entscheidbare Teilfragen und leitet daraus eine nachvollziehbare Empfehlung ab.

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Das Problem

  • 85 %

    der Handwerksbetriebe bieten mindestens eine digitale Dienstleistung an.

    Bitkom/ZDH 2025

  • 16 %

    der Kleinstbetriebe haben in fünf Jahren überhaupt in Digitalisierung investiert.

    HERO/Statista 2025

  • 68 %

    der ERP-Projekte verfehlen ihre ursprünglichen Ziele.

    Panorama Consulting Group

Der handwerkliche Kleinbetrieb ist nicht digitalisierungsfern, sondern teildigitalisiert: an den Stellen, an denen ein einzelnes Werkzeug einen einzelnen Schmerz behebt. Was fehlt, ist die Durchgängigkeit. Angebot, Auftrag, Baustellenzeit, Materialverbrauch, Nachtrag, Rechnung und Nachkalkulation liegen in getrennten Systemen. Jeder Übergang dazwischen ist ein Medienbruch, und jeder Medienbruch kostet Zeit, erzeugt Fehler und macht Auswertung unmöglich.

In vier Schritten zur Entscheidung

  1. Betrieb verstehen

    Betriebsprofil, Bedarfe und Bedingungen. Betrachtet werden Handwerksbetriebe mit höchstens neun Beschäftigten.

  2. Voraussetzungen prüfen

    Kurz-Check mit zwölf Kriterien in fünf Dimensionen. Ergebnis ist ein Readiness-Profil mit Belegstatus und dem Freigabepunkt G1.

  3. Anforderungen ableiten

    Bedingungen und Muss-, Soll- oder Kann-Prioritäten aus den Antworten, Gewichte aus dem Profil. Danach Freigabepunkt G2.

  4. Produkte vergleichen

    Segmentvorauswahl, Muss-Prüfung, Nutzwertanalyse mit Sensitivitätsprüfung. Ergebnis ist eine vorläufige Empfehlung oder eine begründete Nichtempfehlung.

Was dieses Werkzeug nicht tut

Es liefert keine Wirtschaftlichkeitsrechnung, keine Maßnahmenplanung, keine Produkt- oder Szenariotests, keine Pilotierung und keine Begleitung der Einführung. Es stellt die Einführungsfähigkeit eines Betriebs nicht unabhängig fest: Alle betrieblichen Angaben stammen aus den Antworten, alle Produktangaben aus veröffentlichten Herstellerseiten. Wenn die Voraussetzungen nach Auskunft des Betriebs nicht vorliegen, lautet das Ergebnis „noch nicht“ – eine begründete Nichtempfehlung innerhalb der betrachteten Produktmenge, kein Urteil über den Betrieb.

Mögliche Produkte

Zehn Anbieter, die in kleinen Handwerksbetrieben regelmäßig in die engere Wahl kommen. Für jeden Anbieter stehen hier Hersteller, Bereitstellungsform, Preis, Zielgruppe, belegte Stärken und erkennbare Lücken – jeweils mit Verweis auf die Seiten, aus denen die Angaben stammen. Es ist genau diese Liste, aus der die Auswertung im Check ihre Rangfolge bildet.

Das ist keine Marktübersicht und keine Empfehlung. Der deutsche Markt für Handwerkersoftware umfasst weit mehr Anbieter. Diese zehn sind eine begründete Auswahl, die alle drei Segmente abdeckt und damit zeigt, wie die Auswahlsystematik arbeitet. Es fließen keine Vermittlungsprovisionen.

Woher diese Angaben stammen

Alle Angaben auf dieser Seite wurden von den öffentlichen Seiten der Hersteller gelesen: Funktions­übersichten, Preisseiten und Hilfeartikel. Stand: Herstellerangaben, September 2026. Preise sind Listenpreise ohne Umsatzsteuer und ohne Einführungs-, Schulungs- oder Datenübernahmekosten.

Was die Zahlen 0 bis 4 bedeuten

Für jede der zehn Vergleichsanforderungen (V-01 bis V-10) trägt jeder Anbieter einen Belegwert. Er misst, wie gut die Anforderung in den öffentlichen Herstellerangaben belegt ist – nicht, wie gut der Anbieter sie tatsächlich erfüllt. Der Unterschied ist wesentlich und wird weiter unten unter „Grenzen“ noch einmal aufgegriffen.

    Stand der Werte. Die hinterlegten Belegwerte wurden noch nach einer früheren Fassung der Regel vergeben: Darin stand 1 für eine Funktion, die nicht genannt, im Produkttyp aber vorstellbar ist, und einen Wert u gab es nicht. Die Werte, die einen Ausschluss auslösen oder über Platz 1 entscheiden, wurden in einem zweiten Durchgang einzeln nachgeprüft; eine unabhängige Zweitkodierung fand nicht statt. Die Neuerhebung nach der aktuellen Regel und für alle 15 Anforderungen der Arbeit steht aus.

    Herstellerangaben sind Eigenwerbung. Ein Anbieter, der eine Funktion gut dokumentiert, muss sie nicht gut umsetzen. Ein Anbieter, der sie nicht erwähnt, muss sie nicht fehlen lassen – M-SOFT ist dafür das deutlichste Beispiel: Die niedrigen Werte sind dort vor allem eine Aussage über eine knappe Informationslage. Die Rangfolge aus dem Check ist deshalb eine Shortlist für die Vorführung, kein Auswahlbeschluss.

    Drei Segmente, drei Bauarten

    Unterschieden werden Funktionsumfang, Branchenbezug und Betriebsmodell. Daraus ergeben sich drei Ausprägungen. S2 wird immer einbezogen, S1 nur bei überwiegend stationärer Arbeit mit geringem Materialanteil, S3 nur bei regelmäßigen Ausschreibungen mit Leistungsverzeichnis. Die Segmente sind eine Arbeitsabgrenzung, keine vollständige Markttypologie.

      Die Anbieter im Einzelnen

      Je Anbieter sind die drei am besten und die drei am schwächsten belegten Anforderungen hervorgehoben. Die vollständigen Werte stehen in der Matrix darunter.

      Alle Bewertungen auf einen Blick

      Zehn Vergleichsanforderungen, zehn Anbieter, hundert Werte. Diese Matrix ist die Rechengrundlage: Der Check prüft zuerst die Muss-Anforderungen (Belegwert 0 oder 1 führt zum Ausschluss), multipliziert dann jede Zeile mit dem Gewicht aus dem Betriebsprofil und summiert spaltenweise auf.

      Belegwerte 0 bis 4 je Vergleichsanforderung und Anbieter, Herstellerangaben, September 2026.

      Grenzen dieser Übersicht

      • Beleglage statt Leistung. Gemessen wird die Dokumentation, nicht das Produkt. Tatsächliche Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und Funktionserfüllung werden nicht geprüft; zwei funktional gleiche Produkte können allein wegen ihrer Darstellung 25 % auseinanderliegen.
      • Unterschiedliche Informationstiefe. Cloudanbieter beschreiben ihren Funktionsumfang öffentlich und detailliert, die klassischen Voll-ERP-Häuser deutlich knapper. Das verzerrt den Vergleich systematisch zuungunsten der zweiten Gruppe.
      • Keine Preisvergleichbarkeit. Vier der zehn Anbieter veröffentlichen keine Preise, alle aus S3. Ein Abgleich mit dem Budget des Betriebs findet nicht statt, und die Arbeit klammert die Wirtschaftlichkeitsrechnung aus.
      • Momentaufnahme. Funktionsumfang und Preise ändern sich. Der Datenstand ist bei jeder Angabe genannt; vor einer Entscheidung ist er zu prüfen.
      • Konzernverflechtungen. Zwei der zehn Anbieter gehören zur selben Muttergesellschaft. Wer aus beiden ein Angebot einholt, holt kein zweites unabhängiges Angebot ein.

      Wie der Check rechnet

      Diese Seite erklärt das Verfahren hinter der Auswertung nach der wissenschaftlichen Arbeit im Modul 3WI24-BP-45. Kurzfassung: Erst wird geprüft, ob die betrieblichen Voraussetzungen nach Auskunft des Betriebs vorliegen. Erst dann werden Anforderungen abgeleitet, und erst danach werden Produkte verglichen. Ein begründetes „noch nicht“ ist ein vollwertiges Ergebnis.

      Der Grundgedanke

      Nicht beantwortbar

      „Sollen wir ein ERP-System einführen?“

      Im Ganzen nicht entscheidbar. Ein Funktionsvergleich allein sagt nicht, ob die Voraussetzungen für die vorgesehene Nutzung vorliegen.

      Beantwortbar

      „Gibt es für jede Beschäftigtengruppe einen hergeleiteten, verbindlichen Stundenverrechnungssatz?“

      Darauf gibt es eine Stufe und die Angabe, ob ein Nachweis vorliegt. Zwölf solcher Fragen ergeben das Readiness-Profil.

      Zu den Kürzeln.

      • D Dimension der Readiness, K Kriterium des Kurz-Checks
      • G Freigabepunkt (Gate)
      • B Bedarf – angenommener Reibungspunkt im Betrieb
      • A / Q Anforderung des Katalogs der Arbeit (funktional / qualitativ)
      • V Vergleichsanforderung – mit diesen zehn rechnet der Prototyp den Produktvergleich
      • S1–S3 Produktsegment

      Das Verfahren in vier Schritten

      1. Betrieb verstehen

        Betriebsprofil, Bedarfe und Bedingungen. Bei zehn oder mehr Beschäftigten wird keine Empfehlung ausgegeben.

      2. Voraussetzungen prüfen

        Kurz-Check, Belegstatus, Reifeprofil. G1 nein: Vorarbeiten nötig, keine Empfehlung.

      3. Anforderungen ableiten

        Bedingungen, Priorisierung, Verfolgungskette. G2 nein: verfehlte Bedingungen nacharbeiten, keine Empfehlung.

      4. Produkte vergleichen

        Segment, Muss-Prüfung, Nutzwert, vorläufige Empfehlung. G3 nein: vorläufige Empfehlung, unterschrittene Werte nacharbeiten.

      Verbleibt nach der Muss-Prüfung kein Produkt, endet Schritt 4 mit „keine Empfehlung innerhalb der betrachteten Produktmenge“. Vorarbeiten, Nacharbeit und Vertragsabschluss liegen beim Betrieb (Abbildung 3 der Arbeit).

      1  Voraussetzungen prüfen: der Kurz-Check

      Stufen 0 bis 4, einzeln beschrieben

      Jedes der zwölf Kriterien wird auf einer Skala von 0 bis 4 beantwortet. Stufe 0 bedeutet, dass ein Mangel angegeben wird, Stufe 4, dass der Sachverhalt zufriedenstellend umgesetzt ist. Die Stufen sind je Kriterium einzeln beschrieben, bauen aufeinander auf und sollen so klar sein, dass verschiedene Personen zum gleichen Ergebnis kommen. Beispiel K-1.2 Kalkulationsgrundlagen einheitlich:

      1. Es wird ohne nachvollziehbare Grundlage kalkuliert.

      2. Ein Satz existiert, seine Herleitung ist niemandem bekannt.

      3. Die Sätze sind dokumentiert, aber älter als zwei Jahre oder unvollständig.

      4. Die Sätze sind je Beschäftigtengruppe hergeleitet und werden jährlich überprüft.

      5. Ergebnisse der Nachkalkulation fließen in die Sätze ein.

      Drei Belegstatus

      • belegt

        Nach Angabe des Betriebs liegt ein Nachweis in der festgelegten Form vor. Die Unterlage wird nicht eingesehen.

      • auskunftsbasiert

        Eine Stufe ist gewählt, aber ohne Nachweis.

      • ungeklärt

        Der Betrieb kann die Frage nicht beantworten. Das zählt nicht als Stufe 0, sondern bleibt sichtbar.

      Die Belegquote je Dimension dient nur als Hinweis auf die Aussagekraft und geht in keine Freigabe ein. Jedes Kriterium trägt zusätzlich ein Kennzeichen: V = Lücke vor der Auswahl schließen (Vorarbeit), E = Lücke im Zuge der Einführung schließbar (Einführungsleistung).

      Fünf Dimensionen, Gewichte und Mindestwerte

      Dimensionen, Gewichte und Freigabeschwellen des Kurz-Checks (Tabelle 1 der Arbeit). Angegeben sind die jeweils wirksamen Mindestwerte, die Bedingungen gelten kumulativ.
      DimensionGegenstandKriterienGewichtG1G2G3
      D1 ProzessreifeAuftragsdurchlauf, Kalkulationsgrundlagen, Zeiterfassung325 %≥ 2,0≥ 2,0≥ 2,0
      D2 DatenreifeKunden-, Leistungs- und Preisdaten325 %≥ 2,0≥ 2,0≥ 2,0
      D3 Technische ReifeNetz am Einsatzort, Schnittstellenbedarf215 %≥ 1,0≥ 1,5≥ 1,5
      D4 Organisatorische ReifeVerantwortung mit Zeitbudget, Führungsentscheidung225 %≥ 1,0≥ 1,5≥ 2,5
      D5 Ökonomische RandbedingungenBudget inkl. interner Zeit, Tragfähigkeit der Einführung210 %≥ 1,0≥ 1,5≥ 2,0
      GesamtwertGewichtetes Mittel der Dimensionswerte12100 %–≥ 2,0≥ 2,0

      Der Wert einer Dimension ist der Mittelwert ihrer bewerteten Stufen. Diese Mittelwertbildung ist eine vereinfachende Festlegung, weil die Stufen zunächst nur eine Reihenfolge ausdrücken. Warum diese Gewichte? Sie sind heuristische Prioritäten des Projektteams und nicht empirisch kalibriert. Prozess- und Datenreife erhalten je 25 %, weil Passfähigkeit ein Abgleich zwischen Systemfähigkeiten und den Anforderungen der Prozesse ist und fehlerfreie Altdaten zu den Erfolgsfaktoren zählen. Die organisatorische Reife erhält ebenfalls 25 %, weil die Betriebsleitung in kleinen Betrieben stark im Tagesgeschäft gebunden ist und meist selbst die Projektleitung übernimmt. Technik erhält 15 %, weil sich Endgeräte und Schnittstellen meist beschaffen lassen. D5 erhält 10 %, weil sie ohne Wirtschaftlichkeitsrechnung nur die Rahmenbedingungen prüft; G3 weist für sie trotzdem einen eigenen Mindestwert aus.

      Drei Freigabepunkte

      Kurz-Check, 12 Kriterien G1 Anforderungsaufnahme nein Vorarbeiten nötig, keine Empfehlung. ja: Anforderungen ableiten G2 Produktvergleich nein Verfehlte Bedingungen nach- arbeiten, keine Empfehlung. ja: Segment, Muss-Prüfung, Nutzwert G3 Mindestwerte Einführung nein Vorläufige Empfehlung, unterschrittene Werte nacharbeiten. ja Vorläufige Empfehlung Platz 1 der verbleibenden Produkte Gestrichelt: Ausgang an einem Gate. G1 und G2 brechen ab, G3 nicht.
      Die Gates bauen aufeinander auf. Ein hoher Wert in einer Dimension gleicht eine verfehlte Bedingung in einer anderen nicht aus. Wird ein Gate verfehlt, werden alle verfehlten Bedingungen ausgewiesen, auch ein zu niedriger Gesamtwert.

      G1 ist für Prozesse und Daten strenger. Für die Anforderungsaufnahme muss bekannt sein, wie der Betrieb arbeitet und wo seine Daten liegen. Ein Wert von 2,0 entspricht im Kern einer beschriebenen Praxis und einem führenden Datenbestand mit bekannten Lücken. Bereinigte Daten ab Stufe 3 setzt G1 nicht voraus.

      Sperrregel für ungeklärte Angaben. Ist mehr als ein Viertel der Kriterien einer Dimension ungeklärt, werden alle Freigaben gesperrt. Im Kurz-Check mit zwei oder drei Kriterien je Dimension genügt dafür ein einziges ungeklärtes Kriterium. Eine offene Angabe wirkt damit strenger als eine angegebene Stufe 0, die im Mittelwert ausgeglichen würde. Das ist beabsichtigt, damit keine Empfehlung auf ungeklärten Voraussetzungen beruht.

      Rechenbeispiel

      Fiktiver Sanitär-, Heizungs- und Klimabetrieb mit acht Beschäftigten (Tabelle 11 der Arbeit). Die Werte unten werden live mit dem Rechenkern des Checks gerechnet.

      Einzelwerte des Rechenbeispiels
      DimensionKriterien und StufenWertGewichtBeitrag

        G3 wird verfehlt, weil D4 mit 2,0 unter 2,5 liegt: Es ist kein Zeitbudget vorgesehen und der Umgang mit parallelen Arbeitswegen ist nicht geregelt. Die vorläufige Empfehlung wird trotzdem ausgegeben, mit dem Hinweis, D4 nachzuarbeiten.

        2  Anforderungen ableiten

        Priorität entscheidet über Ausschluss, Gewicht über Nutzwert

        • Muss

          Ohne die Funktion kann ein zentraler Ablauf nicht abgebildet werden. Ein dokumentiertes Defizit führt zum Ausschluss.

        • Soll

          Ihr Fehlen lässt sich durch einen anderen Ablauf ausgleichen.

        • Kann

          Wünschenswerte Funktion.

        Jeder aktiven Anforderung weist der Betrieb über seine Antworten eine Priorität zu. Ausnahme ist die Ausstellung von E-Rechnungen: Sie ist bei Leistungen an inländische Unternehmer rechtlich vorgegeben und gilt immer als Muss. Diese vereinfachte Projektannahme ersetzt keine steuerrechtliche Prüfung.

        Das Gewicht wird nicht beim Betrieb abgefragt. Jede Anforderung startet mit einem Ausgangsgewicht; feste Zu- und Abschläge aus den Profilangaben machen daraus das Rohgewicht gi. Anschließend wird normiert:

        wi = gi / ∑j gj

        Eine Anforderung mit gi ≤ 0 erhält das Gewicht null.

        Bedingte Anforderungen

        Fünf Anforderungen des Katalogs sind bedingt: mobile Nutzung, Offline-Erfassung, Wartungsverwaltung, Lagerführung und Fertigungsunterstützung. Die Bedingung beantwortet der Betrieb mit „trifft zu“, „trifft nicht zu“ oder „ungeklärt“.

        • trifft zu

          Die Anforderung ist aktiv und erhält eine Priorität.

        • trifft nicht zu

          Gewicht null, die übrigen Gewichte werden neu auf 100 % normiert.

        • ungeklärt

          Das Gewicht bleibt bis zur Klärung. Ein Defizit bei Muss führt nicht zum Ausschluss, sondern wird als offener Punkt ausgewiesen.

        Der Anforderungskatalog der Arbeit

        15 Anforderungen mit Herkunftskennzeichnung: L Literaturanschluss, E eigene Konkretisierung, R Rechtsvorgabe, S Festlegung des Projektteams. Gebündelte Anforderungen werden je Unterkriterium (a) bis (d) geprüft. Kriterien in grauer Schrift gehören nur zur Langfassung und werden im Kurz-Check nicht erhoben.

        Anforderungen mit Herkunft, Bedarf, Kriterien und Vergleichsanforderungen
        ID Anforderung und Herkunft Bedarf B Voraussetzung K Im Prototyp V

        Abweichung zwischen Prototyp und Arbeit. Der Prototyp vergleicht die Produkte noch anhand von zehn Vergleichsanforderungen (V-01 bis V-10). Eine Umstellung auf die 15 Anforderungen verlangt, alle zehn Produkte neu zu bewerten: 150 Belegwerte mit Fundstelle (Anhang, Tabelle 23). Bis dahin bleiben A-03, A-07, A-11, A-12 und Q-01 bis Q-03 im Produktvergleich unberücksichtigt.

        3  Produkte vergleichen

        Der Produktvergleich beginnt erst, wenn G2 erreicht ist. Er hat vier Schritte.

        Schritt A: Segmentvorauswahl

        1. S2 Cloudbasierte Auftragssysteme werden immer einbezogen, da Angebot, Auftrag, Leistungserfassung und Rechnung dort auf einer Datenbasis geführt werden.
        2. S1 Kaufmännische Basissysteme zusätzlich, wenn der Betrieb überwiegend stationär arbeitet und der Materialanteil gering ist.
        3. S3 Gewerksspezifische Voll-ERP-Systeme zusätzlich, wenn der Betrieb regelmäßig auf Ausschreibungen mit Leistungsverzeichnis bietet.

        Weil S2 immer einbezogen wird, bleibt auch dann eine Produktmenge, wenn alle Produkte eines zusätzlichen Segments an der Muss-Prüfung scheitern. Die Segmente sind eine Arbeitsabgrenzung, keine vollständige Markttypologie.

        Schritt B: Muss-Prüfung

        • abgedeckt

          Belegwert 2–4

          Nach Herstellerangaben unmittelbar abgedeckt.

        • nicht abgedeckt

          Belegwert 0–1

          Bei einer Muss-Anforderung ist das Produkt ausgeschlossen.

        • ungeklärt

          Belegwert u

          Kein Produktmangel, kein Ausschluss. Offener Punkt, zählt nicht als erfüllt.

        Ein Ausschluss- und Entscheidungsprotokoll hält alle Produkte, den Prüfzustand jeder Muss-Anforderung und bei einem Ausschluss die Herstellerangabe fest, auf die er sich stützt.

        Schritt C: Nutzwertanalyse

        S(j) = ∑i=1n w(i) · b(i, j)

        j ist das Produkt, i die aktive Anforderung, w(i) ihr Gewicht (alle Gewichte zusammen 100 %) und b(i, j) der Belegwert von 0 bis 4. Bei Unterkriterien ist b der Mittelwert ihrer Belegwerte. Ungeklärte Werte gehen mit 0 ein, damit eine Informationslücke den Nutzwert nicht erhöhen kann; ihre Zahl wird je Produkt gesondert ausgewiesen.

        Beispielrechnung für ein Produkt mit ausgeglichenen Gewichten.
        VergleichsanforderungGewichtBelegwertBeitrag
        V-02 Mobile Zeiterfassung14 %30,42
        V-03 Mobile Materialrückmeldung13 %40,52
        V-01 Angebot aus Leistungsvorlagen12 %40,48
        V-06 Rechnung aus dem Auftrag11 %40,44
        V-05 Preis- und Konditionspflege10 %30,30
        V-04 Nachtragserfassung9 %30,27
        V-09 Nachkalkulation9 %40,36
        V-08 Auftragsstatus einsehbar8 %30,24
        V-07 Wartungsverwaltung7 %30,21
        V-10 Buchhaltungsschnittstelle7 %40,28
        Nutzwert100 %3,52

        Schritt D: Sensitivität, Erheblichkeit und Gleichstand

        Jedes Gewicht wird einzeln um 20 % angehoben oder gesenkt, neu auf 100 % normiert und die Rangfolge neu berechnet. Bei n aktiven Anforderungen ergeben sich 2n Variationen. Wechselt Platz 1 in einer Variation, gilt die Rangfolge als nicht belastbar. Weil die Belegwerte nur fünf Stufen kennen, liegen die Nutzwerte oft eng beieinander. Deshalb gilt zusätzlich eine Erheblichkeitsschwelle:

        (S(1) − S(2)) / S(1) < 0,05  ⇒  nicht belastbar

        Ein Gleichstand (Abstand unter 0,005 Punkten) wird gesondert gemeldet: Die Sensitivitätsprüfung kann ihn grundsätzlich nicht erkennen, weil jede Gewichtsvariation beide Produkte um denselben Betrag verschiebt. Die 20 % und die 5 % sind eigene Festlegungen, nicht empirisch hergeleitet.

        Warum kein Analytic Hierarchy Process?

        Der AHP errechnet Gewichte über paarweise Vergleiche. Bei n Anforderungen sind n(n−1)/2 Vergleiche nötig, bei 15 Anforderungen also 105. Für den angestrebten Fragenkatalog wird darauf verzichtet und nur die Nutzwertanalyse verwendet. Das ist keine allgemeine Aussage über die Eignung des AHP für kleine Betriebe. Dass die Gewichte wertungsabhängig sind, ist für die Nutzwertanalyse typisch; entscheidend ist, die Wertung offenzulegen.

        4  Die Verfolgungskette

        Herkunft und Verwendung einer Anforderung sollen vorwärts und rückwärts nachvollziehbar bleiben (Gotel und Finkelstein). Das Projekt überträgt diesen Grundgedanken auf fünf Elemente:

        Softwareanforderung BetrieblicherBedarf Herstellerangabe BetrieblicheVoraussetzung Erwarteter Nutzen Grundlage Abgleich Rahmenbezug Zielbezug
        Zuordnung von Bedarf und Produktangabe (Abbildung 1 der Arbeit, eigene Modellierung). Der erwartete Nutzen beschreibt eine Zielvorstellung und keine nachgewiesene Verbesserung.

        Der Bedarf ergibt sich aus den Antworten, die Voraussetzung aus dem Kurz-Check, die Herstellerangabe aus den veröffentlichten Seiten der Hersteller. Eine praktische Funktionsprüfung oder Wirkungsmessung ist damit nicht verbunden. Die Bedarfe B-01 bis B-13 sind Annahmen der Arbeit und wurden an keinem Betrieb beobachtet. Die vollständige Zuordnung steht im Anforderungskatalog oben.

        5  Evaluation: fünf konstruierte Szenarien

        Die Evaluation ist künstlich und formativ angelegt (Simulation nach dem Framework for Evaluation in Design Science, Strategie „Technical Risk & Efficacy“). Fünf konstruierte Betriebsprofile decken alle Verzweigungen ab: Abbruch an G1, Abbruch an G2, vollständiger Durchlauf, Durchlauf mit Produktausschluss und ein Profil oberhalb der Zielgruppe. Die Reifewerte unten werden live mit dem Rechenkern des Checks aus den Stufen der Tabellen 14 bis 18 gerechnet und stimmen mit Tabelle 19 und 20 der Arbeit überein.

        Dimensionswerte, Gesamtwert und Gates der fünf Szenarien
        SzenarioD1D2D3D4D5GesamtG1 / G2 / G3
        Produktseite der Szenarien nach Tabelle 5 der Arbeit (Web-Prototyp, Stand 29.10.2026)
        SzenarioSegmenteProdukte / ausgeschlossenPlatz 1 (Abstand)
        A Maler, 4S24 / 0– (keine Rangfolge, G1 verfehlt)
        B Elektro, 7S24 / 0– (keine Rangfolge, G2 verfehlt)
        C SHK, 8S24 / 0HERO (10,3 %), belastbar
        D Tischlerei, 3S1, S26 / 2HERO (4,9 %), nicht belastbar
        E Zimmerei, 14S2, S38 / 0TAIFUN (1,7 %), nur Orientierung

        Szenario D ist auf der Seite Arthur Geisdorf als vollständig ausgefüllter Check mit Auswertung durchgespielt.

        Befunde am eigenen Verfahren

        • Willkürlicher Gleichstand. Zwei Produkte trugen im ersten Durchlauf denselben Wertevektor, die Sensitivitätsprüfung meldete trotzdem „stabil“. Seitdem werden Gleichstand und Erheblichkeitsschwelle gesondert geprüft.
        • Muss-Ableitung und Segmentauswahl. Mobile Funktionen waren zunächst für jeden Betrieb Muss und schlossen S1 im selben Durchlauf wieder aus. Seitdem ergibt sich die Priorität aus den Antworten.
        • Vorteil durch Dokumentationstiefe. Zwei funktional identische Produkte, durchgehend mit 4 beziehungsweise 3 belegt, liegen 25 % auseinander – das Fünffache der Erheblichkeitsschwelle.
        • Frühere Vergaberegel. Die Ausschlüsse in Szenario D beruhen auf Belegwert 1. Ob sie unter der aktuellen Regel bestehen, hängt davon ab, ob ein Umweg oder nur eine fehlende Angabe belegt ist; das ist bei der Neuerhebung zu klären.

        6  Was dieses Verfahren nicht kann

        • Selbstauskunft. Interne Abläufe und Reifegrade gibt der Betrieb selbst an. Typische Verzerrungen wie sozial erwünschte Antworten oder milde Selbsteinschätzungen lassen sich im vorgesehenen Einsatz nicht ausgleichen. Die Betriebsleitung kann ihre Prozesse überschätzen, weil selbst gelöste Ausnahmen als normaler Ablauf erscheinen.
        • Beleglage statt Leistung. Die Anbieterbewertung analysiert die öffentlich zugängliche Dokumentation. Ausführlich dokumentierende Hersteller werden bevorzugt; Informationslücken sind kein echter Softwaremangel. Das Ergebnis ist eine qualifizierte Shortlist, kein Auswahlbeschluss. Anbieter, Preise und Quellen im Einzelnen.
        • Vier Ursachen einer Nichtempfehlung. Angaben zur Einführungsreife unter den Schwellen, entscheidungskritische Fragen unbeantwortet, keine ausreichende Passung in der Produktmenge dokumentiert oder Betriebsprofil außerhalb des Geltungsbereichs.
        • Nicht erprobt. Die Methode wurde in keinem realen Betrieb angewendet. Verständlichkeit, praktische Anwendbarkeit und Wirksamkeit sind nicht untersucht; eine abgeschlossene Evaluation wird nicht beansprucht.
        • Leistungsumfang. Keine Wirtschaftlichkeitsrechnung, keine Maßnahmenplanung, keine Produktvorführungen, Tests oder Pilotierungen und keine Begleitung der Einführung.

        Beratungsprojekt 3WI24-BP-45

        Vorstellung

        Das Projektteam hinter dem HERA Readiness-Check.

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        Vorstellung

        Eric Görlach

        Hier folgt die Vorstellung von Eric.

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        Vorstellung

        Lucas Büttner

        Hier folgt die Vorstellung von Lucas.

        Diagramm: Die Antwort des Betriebs wird zweifach eingeordnet. Links die Stufe (Wie weit umgesetzt?) auf der Skala 0 bis 4, rechts der Belegstatus (Worauf beruht die Angabe?) mit den Werten belegt, auskunftsbasiert oder ungeklärt.
        Jede Antwort wird doppelt eingeordnet: nach Umsetzungsstufe und nach Belegstatus.

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        Vorstellung

        Arthur Geisdorf

        Hier folgt die Vorstellung von Arthur.